« Luxemburger Wort, Israel und Quellenangaben »

(Publié au Luxemburger Wort) Am Freitag den 30. März marschierten im Gazastreifen Zehntausende friedlich für Menschenwürde und gegen eine seit 11 Jahren andauernde Blockade welche 2 Millionen Menschen in einem Freiluftgefängnis einschließt, ohne Zugang zu sauberem Wasser, Strom, Medikamenten oder Arbeit – Lebensbedingungen die weder normal noch akzeptabel sind.  Israelische Scharfschützen, voneinem aufgeschütteten Sandwall herab,erschossen aus sicherer Entfernung 17 unbewaffnete Menschen und verletzten mehrere hunderte, davon viele teils schwer. Der israelische Verteidigungsminister A. Lieberman ließ dazu verlauten, im Gazastreifen gäbe es keine Unschuldigen.

Einen Tag später veröffentlichte das LW einen Werbe-Artikel von Ulrich Sahm über den „florierenden“ Tourismus im „beliebten“ Israel. Ulrich Sahm ist ein deutscher Nahost-Korrespondent, der in Israel lebt und regelmäßig für das LW schreibt. Laut Wikipedia vertritt er eine „dezidiert pro-israelische Position im Nahostkonflikt“. Des Öfteren verstößt diese Position offen gegen Internationales Recht und UNO Resolutionen.  Als die Abtei Neumünster einmal diesem Redner keinen Saal zur Verfügung stellen konnte, unterstellte Abgeordneter F Kartheiser in einer parlamentarischen Frage dem Kulturzentrum „Antisemitismus“.

Dem Artikel im LW, der ganz auf Normalisierung setzte und die brutalen Tatsachen hinter die Mauer kehrte, war eine Karte Groß-Israels beigefügt auf der man kaum die Grüne Linie (die von der UNO anerkannte Grenze) erkennt, wo jeder Hinweis auf Palästina fehlt und die Staatsfläche mit 22 380 km2angegeben ist. Nach der offiziellen Webseite der französischen Regierung, die dem Internationalen Recht entspricht,misst diese Fläche jedoch nur 20 770 km2.  Auf der Karte im LW wurden also dievölkerrechtswidrig besetzten Golanhöhen, Ostjerusalem sowie einige Siedlungen wohl einfach dazugerechnet.

Das entsprach sehr wahrscheinlich der Absicht und Ansicht vom Korrespondenten U. Sahm. Aber entspricht das auch dem Rechtsverständnis des Luxemburger Wortes?

Claude Grégoire

Membre du CPJPO

 

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